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Freitag, 18. Juli 2014permalink

Roruper Heimatforscher sucht Dülmen-Dokumente/Hinweise

Rorup (SL). Der Roruper Heimatforscher Ortwin Bickhove-Swiderski sucht dringend Dokumente oder Hinweise zu dem Dülmener Schreiner Andreas Anton Surmann, geboren 14. April 1900 in Münster, wohnhaft in Dülmen, Sendener Straße. 102.

Andreas Surmann wurde von der NS-Justiz 1936 wegen Hochverrats angeklagt und abgeurteilt. Er hatte als aktiver Reichsbannermann mit Wilhelm Brücher (erster Dülmener Bürgermeister nach 1945) und dem Textilarbeiter Hugo Bork aus Gronau Flugblätter für die SPD in Stadtlohn verteilt und in seinem Besitz gehabt. Alle drei saßen dann mehrere Monate im Polizeigefängnis in Recklinghausen ein.

Im September 1934 wurde den beiden (Surmann und Bork) von dem damaligen Gronauer Leiter des Reichsbanners Albert Gudzent zwei Blätter übergeben, betitelt „Sozialistische Aktion“. „Dieses ergibt sich aus der mir in Kopie vorliegen Anklageschrift vom 23. Februar 1937“, so Ortwin Bickhove-Swiderski.

Angestellt bei der

Stadt Dülmen

Anton Surmann wurde nach 1946 bei der Stadt Dülmen angestellt, dann später verbeamtet und hat seinen Dienst bis zum Erreichen des 65 Lebensjahres am 30. April 1965 bei der Stadt Dülmen verbracht.

Surmann ist am 9. Januar 1967 in Dülmen verstorben, er war auch lange im MGV Sängerbund 1888 e. V. Vorstandsmitglied, dann sogar Vorsitzender und hat nach dem Krieg die erste Vereinsfahne angeschafft. Er war über 40 Jahre aktives Mitglied im Dülmener Sängerbund.

„Wenn ich jetzt weitere Dokumente oder Unterlagen bekommen könnte“, so der Roruper Heimatforscher, „könnte ein weiteres Kapitel der Dülmener Geschichte neu beschrieben werden.“

Reichsbanner gründete

sich 1924 bei Sternemann

Das Dülmener Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold hatte sich am 5. Oktober 1924 im Lokal Sternemann gegründet. Für die Gründung waren 130 Vereinsmitglieder erforderlich. Erster Vorsitzender war dann Josef Espeter aus dem Dernekamp, stellvertretender Vorsitzender war Anton Niehues. Der Verein hatte in seiner Satzung nur ein Ziel: „Unbedingter Schutz für die Republik und die Weimarer Verfassung“.

Besonders Interessant für die Heimatforschung ist die Verbindung Surmann und Brücher zu dem Textilarbeiter Hugo Bork. Hugo Bork war der erste Betriebsratsvorsitzende der VW-Werke in Wolfsburg und später lange Zeit Oberbürgermeister von Wolfsburg für die SPD. Hugo Bork wohnte in Gronau auf der Vereinsstraße 174 und war verheiratet.

Kürzlich erst haben aber Wolfsburger Historiker festgestellt, dass Hugo Bork nachweislich der Unterlagen im Bundesarchiv Berlin-Lichterfelde am 24. August 1939, also kurz vor dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht in Polen, seine Aufnahme in die NSDAP beantragt hat. Er wurde dann unter der Mitgliedsnummer 7 272 958 in der Gaukartei geführt.

Gleichzeitig Mitglied

von NSDAP und SPD

Bemerkenswert ist, das Bork seit seinem ersten Lehrlingsvertrag im Jahr 1922 in der Gewerkschaft und ab 1925 SPD-Mitglied war. Er war sogar Vorsitzender des SPD-Ortsvereins. Nach 1945 hat er nie über seine Mitgliedschaft in der NSDAP gesprochen. Gegen Surmann und Bork wurde vor dem Landgericht in Münster ein Verfahren „Vorbereitung zum Hochverrat“ eröffnet.

Jetzt wäre natürlich für die lokale Heimatgeschichte von großer Bedeutung, welche Verbindungen zwischen Surmann, Brücher und Bork bestanden haben.

Wer hat noch Dokumente, Unterlagen, Fotos oder kann dem Roruper Heimatforscher weiterhelfen? Jeder noch so kleine Hinweis könnte weiterhelfen.

Wenn genügend Material zusammenkommen sollte, könnte die Dülmener Reichsbanner-Geschichte neu beleuchtet werden.

Weiter sucht Bickhove-Swiderski Totenzettel und Sterbebildchen für die Dülmener Totenzettel-Datenbank, die sie im Aufbau befindet.

Zu erreichen ist Ortwin Bickhove-Swiderski unter Telefon (0160) 90 75 95 18.

Quelle:
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