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Donnerstag, 15. April 2010permalink

Mehrere Stationen standen beim WDR-Fernsehbeitrag über Rorup im Visier

Die einzige Hostienbäckerei des Münsterlandes, fünf Alphornbläser und einen der wenigen in Europa noch vorhandenen Zeugen alt-ehrwürdiger Gerichtsbarkeit: Was Rorup einzigartig macht, wurde dem Fernsehpublikum am vergangenen Donnerstag in der WDR-Lokalzeit Münsterland vor Augen geführt.

Den ganzen vorausgehenden Mittwoch lang hatte ein Team um Moderator Christian Ronig in Rorup für den am Ende nur knapp über vier Minuten langen Beitrag gedreht, und war dabei an verschiedenen Drehorten für Mitwirkende und Schaulustige selbst Mittelpunkt des Geschehens.

Norbert Sietmann war der erste Dorfbewohner vor der Kamera. Im Kloster Hamicolt hat er den Überblick über die Hostienbäckerei, di e Kirchen in ganz Deutschland und sogar in Dänemark beliefert. Bis zu 60000 der nur aus Wasser und Mehl bestehenden Oblaten, so erzählte er dem Moderator, entstehen an Spitzentagen in dem von den Schwestern der Gemeinschaft des Neuen Weges vom Heiligen Franziskus bewohnten Gebäude. Beim Bohren großer Priesterhostien sah der Roruper bei dem WDR-Mann allerdings noch Lernbedarf.

In einer kurzen Mittagspause servierte die Klosterküche dem Filmteam und anderen zwischenzeitlich eingetroffenen Rorupern Schnittchen und Kaffee, dann ging es in luftige Höhen: Schließlich sollten nun die Roruper Alphornbläser für die Kamera ein Ständchen bringen. Und für Moderator Ronig kam für diese Szene als Drehort nur der Roruper Berg unweit der Aussichtskanzel in Frage. Hier ließen die fünf Hobby-Musiker unter der Leitung von Bernd Hülk „Kein schöner Land“ erklingen, und Rudi Kissenkötter berichtete von den Anfängen der noch jungen Truppe.

Danach standen Aufnahmen rund um den Kirchplatz an. Christian Ronig höchstpersönlich bestieg den Schandpfahl, den steinernen Pranger aus dem 16. Jahrhundert. Die anwesenden Roruper spielten Statisten und bewegten sich mit gespielt verächtlichen Mienen um den Pfahl herum, wobei sie so taten, als ob sie auf den Boden spucken würden - ganz so, wie damals mit den zur Schau gestellten Übeltätern verfahren wurde.

Besuch vom Filmteam erhielt auch Gitarrenbauer Michael Rath. Der ließ sich bei der Arbeit an seinen edlen Saiteninstrumenten über die Schulter schauen, und am Schluss spielte er mit Moderator Christian Ronig sogar einige Takte Blues.

Den fertigen Beitrag gab es am Gründonnerstagabend in der Lokalzeit Münsterland zu sehen. Und damit noch mehr Roruper vor der Flimmerkiste Platz nehmen konnten, hatte Pfarrer Heinz Golder kurzerhand sogar den Beginn des Gründonnerstagsgottesdienstes um eine Viertelstunde nach hinten verlegt. Und das, obwohl das Team seinen Vorschlag ignoriert hatte, die Alphornbläser auf einem Boot in der Gräfte hinter dem Pfarrhaus spielen zu lassen. -tk-

Um Jahrhunderte zurückversetzt fühlte sich Moderator Christian Ronig auf dem Roruper Schandpfahl.

Quelle:
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