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Mittwoch, 2. September 2026permalink

Vom Bankschalter in die Seelsorge

Rorup. Der Weg von Stephanie Werenbeck-Ueding begann als Bankkauffrau, führte über ehrenamtliches Engagement und Theologiestudien in den Beruf, von dem die 49-Jährige heute sagt: „Ich habe das gute Gefühl, angekommen zu sein.“ Seit dem 1. August ist die Roruperin Pastoralreferentin in der Pfarrei St. Johann/St. Ludgerus in Billerbeck. Am 27. September wird sie von Bischof Dr. Heiner Wilmer offiziell für ihren Dienst beauftragt.

Dass sie einmal Pastoralreferentin werden würde, war keineswegs geplant. Nach der Geburt ihrer Kinder, die inzwischen 13, 15 und 17 Jahre alt sind, wollte sie zunächst in ihren Beruf bei einer Bank zurückkehren. Doch das fühlte sich für sie nicht richtig an. Bereits damals engagierte sich Werenbeck-Ueding intensiv in ihrer Gemeinde St. Agatha in Rorup, leitete die Kommunionvorbereitung und betreute eine Kirchen-AG an der Grundschule. „Da habe ich gespürt: Das ist dein Weg“, erinnert sie sich. Aber ihr sei auch klar gewesen: „Dafür muss ich Theologie studieren.“

Über den Würzburger Fernkurs fand sie zur Theologie, später studierte sie Angewandte Theologie in Paderborn. 2022 stand für sie fest: „Ich werde Pastoralreferentin.“ Möglich gemacht habe das vor allem ihre Familie. Mann, Kinder und Schwiegereltern hätten sie stets unterstützt, berichtet die Roruperin. „Bei uns macht nicht nur die Frau Werenbeck ihre Ausbildung, sondern die ganze Familie. Die sind immer alle da!“, zitiert sie lachend einen Ausspruch von Pfarrer Benedikt Elshoff aus Lüdinghausen.

In der dortigen Pfarrei St. Felizitas absolvierte sie in den vergangenen vier Jahren ihre Ausbildungszeit. Rückblickend spricht sie von einem „Geschenk“. Dort habe sie die Freiheit bekommen, nahezu alle pastoralen Bereiche kennenzulernen. Ob Kita-Arbeit, Frühschichten, Schulpastoral, Firmvorbereitung oder ökumenische Gottesdienste unter freiem Himmel an der Burg Vischering. „Das Team hat mich wirklich bestärkt in allem, was ich getan habe, und mir immer das Gefühl gegeben: Mach! Du machst das gut.“

„Bei uns macht nicht nur die Frau Werenbeck ihre Ausbildung, sondern die ganze Familie. Die sind immer alle da!“

Pfarrer Benedikt Elshoff

Überraschend war für sie dabei eine Erkenntnis: Die Arbeit mit Jugendlichen lag ihr deutlich mehr als gedacht. Ausgerechnet die Altersgruppe, vor der sie zunächst Respekt hatte, wurde zu einem Schwerpunkt ihrer Arbeit. Firmkatechese mit Pilger- und Backpackertouren durch die Baumberge, Fahrten zu „Gott auf Schalke“ und der Besuch der Synagoge in Münster gehörten dazu. Entscheidend sei für sie, Glauben erfahrbar zu machen und mit den Lebenswelten junger Menschen zu verbinden, heißt es in einer Mitteilung des Bistums. „Sprich von dir, sprich von Gott und sprich verständlich“, beschreibt sie ihren Leitgedanken.

Diese Leidenschaft wird sie auch in Billerbeck einbringen. Zu ihren Aufgaben gehören die Firmvorbereitung im pastoralen Raum Baumberge, die Schulseelsorge an der Gesamtschule Havixbeck-Billerbeck sowie die Begleitung verschiedener Jugendgruppen. Zudem wird sie künftig Predigt- und Beerdigungsdienste übernehmen, letztere übrigens als erste Frau in der Domstadt. Auch denkt sie über neue Formen pastoraler Angebote für unterschiedliche Zielgruppen nach. „Wir sind ein großes Haus. Es gibt Platz für alle“, ist sie überzeugt.

Ihre eigene Spiritualität ist eng mit Bewegung verbunden. Wandern, Pilgern, Radfahren: „Für mich hat Spiritualität sehr viel mit Bewegung zu tun“, sagt sie. Wenn Werenbeck-Ueding von ihrem Glauben erzählt, fallen immer wieder Bilder aus der Natur. So fuhr sie während der Ausbildungszeit häufig mit dem Fahrrad von Rorup nach Lüdinghausen. Die 25 Kilometer seien oftmals ihre liebste Zeit des Tages gewesen. „Da saß der liebe Gott meistens auf dem Gepäckträger und wir haben uns unterhalten“, erzählt sie schmunzelnd. Überhaupt beschreibt sie Gott als ständigen Begleiter ihres Lebens. Nicht nur in den schönen Momenten. Auch Zweifel, Ärger und Fragen hätten ihren Platz. Für sie gehört genau das zu einer lebendigen Beziehung.

Quelle:
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