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Freitag, 5. März 2021permalink

Stück Dorfgeschichte verschwindet

Von Kristina Kerstan

Rorup. Es ist ein Stück Dorfgeschichte, das jetzt in Rorup verschwindet: An der Hauptstraße sind nun die Abrissarbeiten für die alte Gaststätte Nottbeck gestartet. Hier plant der Projektentwickler WSK aus Rhede den Bau von Mehrfamilienhäusern sowie Doppelhaushälften.

Aber zuerst ein Blick zurück in die Historie: Die Gaststätte Nottbeck habe gerade in den 50er- und 60er-Jahren das Leben im Ort sehr geprägt, berichtet Bernhard Krümpel vom Roruper Heimatverein. An diesem Standort habe es bereits eine Gaststätte gegeben, bevor 1926 das heutige Gebäude errichtet wurde. Damals noch mit einer Landwirtschaft nebenan - und einer Tankstelle. Denn 1928 habe bei Nottbeck die erste Tankstelle (von der Firma Shell) in Rorup eröffnet, erläutert Krümpel. Deren Betrieb lief bis Mitte der 30er-Jahre. Daneben gab es einige Gästezimmer, die gut nachgefragt wurden. „Die Leute kamen aus dem Ruhrgebiet, um hier ihren Urlaub zu verbringen“, sagt Krümpel. Es habe sogar Postkarten gegeben, die etwa den Springbrunnen im Garten gezeigt hätten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg sei Nottbeck dann erneut die „erste Adresse“ in Rorup gewesen. Viele Stammtische hätten sich hier getroffen, früher sei dort zudem das Schützenfest gefeiert worden, erinnert sich Krümpel.

„Die Leute kamen aus dem Ruhrgebiet, um hier ihren Urlaub zu verbringen.“

Bernhard Krümpel

Und zur Kirmes an Peter und Paul wurde am Sonntagabend bei Nottbeck getanzt. Sehr beliebt sei das auch bei Ehemaligen gewesen, die anlässlich der Kirmes zurück nach Rorup gekommen waren, so Krümpel.

Mitte der 90er-Jahre schloss die Gaststätte Nottbeck dann. „Anfänglich konnten Interessenten die Gaststätte noch für Feierlichkeiten mieten“, erinnert sich Harald Schmied, wie Krümpel einer der drei Co-Autoren des Buches „Rorup - Dörfliches Leben“. Seine Frau habe beispielsweise hier 1997 noch einen runden Geburtstag gefeiert. Auch die Fleischerei neben den Wirtsräumen sei bereits schon seit Jahrzehnten geschlossen, so Schmied. Auch sie wird jetzt abgerissen.

 

Was dann passiert? Zwei Mehrfamilienhäuser mit elf Wohnungen sowie Doppelhaushälften will hier der Projektentwickler WSK errichten. Die Vermarktung übernimmt die Volksbank Nottuln. „Die Nachfrage ist sehr groß“, verrät Lars Sandschneider, zuständiger Ansprechpartner bei der Bank. Ein Teil der Wohnungen und Doppelhaushälften sei bereits vergeben.

Sandschneider geht davon aus, dass die Abrissarbeiten etwa drei Wochen dauern werden. „Dann geht es sofort weiter mit dem Baubeginn“, kündigt er an.

Quelle:
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