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Mittwoch, 29. Januar 2020permalink

Seit einem Jahr öffnet freitags im Roruper Sportheim eine Kneipe

Wo der Wirt (fast) jeden Gast kennt

Von Kristina Kerstan

Wie viele der Gäste er kennt? Matthias Voßkühler muss grinsen. "Ich kann hier von jedem den Nachnamen sagen", sagt der 35-Jährige nach einem kurzen Blick durch den Raum. Zum Beweis zählt er dann auf, wer alles zu den "Lustigen Buben" gehört, die es sich an einem Tisch bequem gemacht haben. "Es geht halt familiär-dörflich hier zu."

Hier, das ist das Sportheim von Brukteria Rorup. Seit fast genau einem Jahr, seit dem 1. Februar 2019, ist das jeden Freitagabend geöffnet - und hat sich, wie von den Initiatoren erhofft, als Ersatz-Kneipe im seit Jahren kneipenlosem Ortsteil etabliert. "Die Idee ist von Anfang an sehr gut angekommen", berichtet Kirsten Hülsenbeck, Vorsitzende des Sportvereins.

Mit der Resonanz ist sie nach einem Jahr sehr zufrieden. Zwar ist es nicht jede Woche rappelvoll, aber etwas los ist immer. Vor allem dann, wenn vorher noch die zweite Herrenmannschaft trainiert. Und mehr als einmal mussten auch um 24 Uhr, wenn Schluss ist, die letzte Gäste höflich zum gehen aufgefordert werden. Die Kunden, fast ausschließlich Roruper, hätten dafür aber Verständnis. "Das ist eine Dorfgeschichte. Alles ist sehr friedlich und entspannt. Hier ist auch noch nie etwas kaputt gegangen", sagt Hülsenbeck. Und verrät: "Einige Leute im Dorf haben extra auch ihren Stammtisch hierher verlegt."

Wie die "Lustigen Buben". Die zehn Männer trafen sich früher in Lette, jetzt alle 14 Tage im Sportheim. Viele aus dem früheren Kegelclub wohnen in Rorup - und freuen sich, jetzt zu Fuß nach Hause gehen zu können. Was sie zur Brukteria-Kneipe sagen? "Super", sind sie sich einig. "Sehr freundliche Bedienung", fügt einer noch hinzu.

Apropos Bedienung: Es sind meist Vorstandsmitglieder und weitere ehrenamtliche Helfer, die das übernehmen. In der Regel in Zweierteams, berichtet Hülsenbeck. Unterstützung kommt von Vereinen aus dem Dorf. So haben beispielsweise Heimatverein oder Rorup.net bereits Schichten übernommen. "Die sind einfach alle froh, dass wir das machen", sagt die Brukteria-Vorsitzende.

Im Laufe des Jahres hat der Verein das Kneipen-Angebot ein bisschen angepasst. Statt wie zu Beginn um 18 Uhr geht es jetzt erst um 19 Uhr los. Wurden anfangs noch Frikadellen angeboten, stehen heute "nur" noch Erdnüsse und meist gebrannte Mandeln (selbstgemacht von Hülsenbeck) auf den Tischen. Demnächst soll der Kneipenraum, der aus dem Jahr 1982 stammt, auch renoviert werden. Und am 14. Februar, ab 19 Uhr, gibt es erstmals Livemusik. Gitarrenspieler Joao Alves kommt nach Rorup.

Am Tresen hat Matthias Voßkühler, Beisitzer im Sportverein-Vorstand, die nächste Runde fast fertig. "Wir haben schon den Anspruch als Hobbywirte, ein gescheites Bier zu zapfen." Etwa alle sechs Wochen ist er im Einsatz. Auf der Zapfanlage thront ein Fußball - und in den wandern alle Trinkgelder. "Das Geld geht in die Jugendkasse", verrät Hülsenbeck. Grundsätzlich sei das Angebot für den Verein keine Verlustgeschichte. "Es bleibt ein bisschen was für uns übrig."

Und wie geht es weiter mit der Roruper Freitagskneipe? "Es ist im Moment nicht angedacht, es einschlafen zu lassen", antwortet Hülsenbeck. Mit einer Einschränkung: "Wir wollen es solange weiterlaufen lasen, wie es genug Leute gibt, die Dienste übernehmen." Denn nur der Vorstand allein könne das nicht stemmen. Neue Helfer seien daher willkommen, ergänzt Vorstandsmitglied Tim Weyer, der für die Dienstpläne zuständig ist. Das könnten Vereine sein, aber auch Stammtische, Kegelclubs oder Privatpersonen. Interessierte können sich bei ihm oder Kirsten Hülsenbeck melden.

Quelle:
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