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Dienstag, 25. September 2018permalink

Heimatforscher beleuchtet Roruper Dorfpolizei

 

Rorup. Immer wieder greift der Roruper Heimatforscher Ortwin Bickhove-Swiderski Themen aus der Historie des Ortsteils oder aus Dülmen auf. Jetzt hat er sich mit der Roruper Dorfpolizei, welche von 1868 bis 1947 bestand, auseinandergesetzt. In der DZ beleuchtet er die Geschichte dieser Dorfpolizei.

So wurde für das Amt Rorup am 1. August 1868 die erste Polizei-Verordnung erlassen. Auf die dann ausgeschriebene Stelle bewarb sich der 1844 geborene Theodor Schwartenbeck. Zum 1. März 1872 nahm er als Polizeidiener für Rorup, Darup und Limbergen seinen Dienst auf.

Am 1. Oktober 1908 wurde dann die Stelle eines Polizeidieners, mit Wohnsitz in Lette und einem pensionsfähigen Jahresgehalt von 900 Mark ausgeschrieben. Eingestellt wurde der Ahäuser Heinrich Ruthmann. Da er am 15. Juni 1909 die Abschlussprüfung in der Polizeischule in Recklinghausen bestand, wurde er Polizeisergeant.

Heinrich Ruthmann, schien, so belegen es die Nachforschungen von Bickhove-Swiderski, kein Kind von Traurigkeit gewesen zu sein. So wurde gegen ihn im August 1913 eine Anklage erhoben: Er sei in eine Schlägerei im Wirtslokal „Tewes Witwe“ verwickelt gewesen. Dabei habe er einen Bauern auf den Boden geworfen, dieser zog sich eine Kopfverletzung zu. Bereits Ende Mai 1913 war gegen ihn ein Verfahren wegen Meineides eröffnet worden. Dennoch stellte er 1925 einen Antrag auf Beförderung - und tatsächlich wurde der Polizeibetriebsassistent Ruthmann in Lette zum Polizeiassistenten befördert.

Auch sonst liest sich Ruthmanns Akte weniger wie die eines mustergültigen Polizisten. 1926 wurde ein weiteres Verfahren wegen Bestechung eingestellt. Auch reichten ein Forstaufseher und zwei Landwirte Beleidigungsklage gegen den Gesetzeshüter ein. Der Landwirt behauptete sogar, Ruthmann hätte Bestechungsgelder genommen. Er konnte seine Behauptung aber nicht untermauern, und wurde somit selbst mit einer Geldbuße von 300 Reichsmark belegt. Weitere Verfahren wegen Beleidigung und wegen Freiheitsberaubung und Körperverletzung wurden gegen den Polizisten eingestellt oder zurückgenommen.

Bis zum 31. März 1933, als er in den Ruhestand ging, war Ruthmann als kommunaler Polizei- und Vollzugsbeamter des Amtes Rorup tätig. 1960 verstarb er im Alter von 87 Jahren.

Der Dienstausweis mit Foto von Heinrich Ruthmann (1872 bis 1960) aus dem Jahre 1930.Stadtarchiv Dülmen

Das Bild zeigt – verkleinert – das Originalbild, nicht den daraus gewählten Ausschnitt

 
 
 
 
 
 
Quelle:
DuelmenerZeitung.jpg