Bevor wir uns jedoch von Mama und Papa trennten, übernachteten wir in Kitzbühel und genossen noch einmal einen letzten gemeinsamen Abend.
Wie bereits erwähnt, hielten wir uns in der Schweiz nur kurz auf und fuhren dann mit unserem in der Schweiz umgemeldeten Auto Richtung Hirtshals, Dänemark, von wo unsere Fähre nach Island am 21. Mai 2011 ablegte.
Abstecher auch nach Rorup
Natürlich machten wir einen obligatorischen Zwischenstopp in Rorup und haben uns dort noch einmal so richtig verwöhnen lassen. Es war schon eigenartig, unser zweites Auto mit omanischem Kennzeichen vor meinem Elternhaus in Rorup zu sehen.
Die Fähre nach Island sollte eigentlich nur zweieinhalb Tage dauern, aber aufgrund eines Sturms der Windstärke 9 und drei fast schlaflos durchschaukelten Nächten erreichten wir Seiyfjördur mit acht Stunden Verspätung. Die erste Nacht verbrachten wir direkt auf dem Campingplatz im Dorf, da es tags durch geschneit hatte und die Passstrasse nicht geräumt wurde. Was waren wir froh, nicht nur wieder festen Boden unter den Füßen zu haben, sondern auch unsere Mützen, Handschuhe und Daunenjacken mitgenommen zu haben! Am nächsten Morgen fuhren wir frisch und voller Motivation in unser weiteres Abenteuer.
Sechs Wochen sollten wir nun hier verbringen. Dadurch, dass wir in der Saison noch relativ früh dran waren, hatten wir geplant, die Insel im Uhrzeigersinn zu befahren. Plan war, innerhalb von rund vier Wochen die Runde gefahren zu haben, um anschließend die Highlands, also die Landesmitte, zu erforschen.
Island ist eine unglaubliche Insel. Überall eröffnen sich unglaubliche Naturschauspiele. Es kommt heißer Dampf aus der Erde, heißes Wasser fließt in Bächen hinunter, es gibt natürliche Hot Pots, die zum Baden und Verweilen einladen, atemberaubende Wasserfälle zeigen die unglaubliche Kraft der Natur. Wer gerne auf Menschenmassen verzichtet, ist in Island perfekt aufgehoben. Teilweise waren wir auf Straßen unterwegs, auf denen wir tagelang niemandem begegneten. Insgesamt fuhren wir in den sechs Wochen, in denen wir auf Island waren, 7 500 Kilometer.
Jeden Fjord und jede Ecke erkundet
Zuerst umrundeten wir die Insel – aber nicht wie viele „nur“ über die Ringstrasse, sondern nutzen die Zeit, jeden Fjord und jede Ecke zu erkunden. Der Frühling, hieß es, sei dabei sehr kalt und sehr lang gewesen, was dazu führte, dass viele Straßen im Inneren des Landes, die größtenteils nur aus Schotterwegen bestehen, für den Verkehr noch nicht offen waren. Viele Touristen kommen nach Island genau aus diesem Grund – auf rauen Strassen und zum Teil in extremen Bedingungen fahren zu können.
Stundenlange Fahrten, ohne jemanden zu sehen
Trotz der zum Teil gesperrten Straßen haben wir das Innere des Landes sehr gut befahren. Zum Teil fuhren wir stundenlang, ohne auch nur einer einzigen Menschenseele zu begegnen …
Aber auch die beste Zeit geht vorbei, und somit mussten wir uns nach sechs unglaublichen Wochen von Island verabschieden, um wieder unser „normales“ Leben in der Schweiz aufzunehmen.
Jeder, der es sich überlegt, nach Island oder in eines der anderen Länder zu reisen, die wir auf unserer Reise durchquert haben, können wir nur ans Herz legen, mit dem eigenen Auto zu fahren. Es gibt so viel, was man sieht und erlebt, was man sonst sehr schnell nicht sieht oder nicht erleben darf – und das sind meistens die besseren Erlebnisse, die man dann mit nach Hause nehmen darf.
Es sei noch gesagt, dass wir nach unserer Ankunft von der Fähre in Hirtshals, Dänemark, noch einen Besuch im englischen Königreich absolviert haben und nun definitiv nach 25 500 Kilometern wieder in der Schweiz sind.
Ein Erlebnis und eine Reise, die uns ein Leben lang begleiten wird und die sicher so schnell nicht vergessen wird.