Der Glasermeister der Firma Knack aus Münster ist am Freitag gemeinsam mit Matthäus Cieciorowski dabei, das renovierte Fenster an der St.-Agatha-Kirche wieder einzusetzen. Zuvor hatte ein Steinmetz seine Arbeit am Rahmen abgeschlossen. Weckermanns Kollege Marco Köhler erneuert derweil auf der anderen Seite der Kirche ein kleineres Fenster. Hier war ein Fußball eingeschlagen, sagt Hermann Richter, Vorsitzender des Pfarrgemeinderates. Circa 5000 Euro kostet die Gesamtmaßnahme (DZ berichtete).
60 Jahre ist das Marienfenster alt. 1952 war es anlässlich einer Hochzeit der Kirche gespendet worden. Zum 100-jährigen Bestehen des Gotteshauses in diesem Jahr wurde es nun saniert. „Im Laufe der Zeit hätte sich der Zustand sonst weiter verschlechtert“, sagt Weckermann. Bereits jetzt sei das Fenster nicht mehr wasserdicht gewesen.
Rund fünf Wochen war das Marienfenster in der Werkstatt des Münsteraner Unternehmens, das auch am Umbau der St.-Viktor-Kirche beteiligt war. Etwa fünf bis zehn Prozent der bunten Einzelteile mussten ersetzt werden, erläutert Weckermann. Dafür wurde mundgeblasenes Antikglas verwendet. Es gebe nur noch eine Glashütte in Deutschland, im Bayerischen Wald, wo dieses Material hergestellt werde, berichtet er. Auch die Bleiverglasung erneuerten die Sanierer. Thomas Weckermann rechnet damit, dass das Fenster jetzt wieder für 40 bis 50 Jahre halte.
Dann hebt der Glasermeister das neunte und letzte Teilstück aus Glas zu Cieciorowski aufs Gerüst. Sechs große Rechtecke bilden die Madonna, drei kleinere Scheiben die Spitze des rund 4,50 Meter hohen und 1,40 Meter breiten Marienfensters. Dann wird das Glas abgedichtet. Am Naturstein benutzt Weckermann Kaltmörtel, am Eisen kommt Kitt zum Einsatz. Gegen Mittag ist das Marienfenster an seinem Platz, die Holzplatten, die zuvor die Öffnung verdeckten, verschwunden. Das gläserne Puzzle mit seinen über 600 bunten Teilen ist wieder komplett.
